Geschafft

20.23 Uhr

So, endlich geschafft. Heute habe ich vier Ostergeschichten fertiggestellt und an den Verlag geschickt. Als nächstes stehen ein paar Weihnachtsgeschichten auf dem Programm.

Mein Kinderbuch liegt immer noch bei einer Agentur und ich warte auf eine Benachrichtigung. Das lange Warten kann wirklich nerven. 8-10 Wochen hatte die Agentur sich erbeten aber mittlerweile sind über 12 vergangen. Je mehr ich mit dem Buchmarkt, der Verlagswelt vertraut werde, je mehr Infos ich bekomme und Erfahrungen sammel, umso stärker reift die Überzeugung, dass der Weg des Self-Publishers wohl der effektivere ist. Gerne fahre ich natürlich zweigleisig. Zuzeit prüfe ich gerade, ob ich mich als Self-Publisher eigne – ob das mein Weg sein könnte. Ich weiß, dass das Schreiben nur ein Teil der Arbeit ist, die dann auf mich zukommt. Marketing, mit all seinen Variationen ist ein weiterer, nicht zu unterschätzender Teil und auch der finanzielle Aufwand darf nicht unterschätzt werden. Ein professionelles Lektorat kostet!  Covergestaltung auch und die ISBN Nummern gibt es auch nicht umsonst.

Zum Glück muss ich nicht vom Schreiben leben. Für mich ist es purer Genuss. Trotzdem freut man sich natürlich über Veröffentlichungen und den einen oder anderen Euro, der reinkommt.

Ich hoffe, dass mein erstes ebook mit Kindergeschichten Ende November auf dem Markt ist.

Ich lasse mich nicht aufhalten!!!

Ich lasse mich nicht aufhalten!!!

 

Meine Zeit und meine Schreibzeit

22.00 Uhr

Wie es scheint, ist das wohl bei vielen ein Problem: Zeit haben, um zu schreiben.
Manchmal komme ich mir echt privilegiert vor. Ich kann die ganze Zeit, die ich zum Schreiben habe, oft gar nicht ausnutzen.
Wie kann das sein, werden sich jetzt sicher einige fragen. Tja, wenn ich das so einfach erklären könnte. Ich glaube, ich habe mir in den letzten 30 Jahren ein Lebenszeitnutzungsmodell erarbeitet … aber gut, fange ich vorne an:

Mit Anfang 30 steckte ich, als Unternehmer, in einer 70-Stunden-Woche. Gesundheitliche Probleme, der Verdacht auf beginnende Magengeschwüre, führten dazu, dass ich beschloss auszusteigen. Raus aus allem, was nicht dem Lebensgenuss diente – und das war viel.

Ich heiratete eine Frau mit zwei kleinen Kindern und fand mich plötzlich in der Vaterrolle, was ich wollte und sehr genoss. Ich lebte die erste Zeit vom Arbeitslosengeld, danach arbeitete ich zwei Jahre als Kindergärtner und schließlich gründete ich ein Kinder- und Puppentheater.
Den üblichen Haushaltskram, den normalerweise die Frau erledigt, teilten wir uns auf (nicht alle Bereiche, aber viele.) Das schloss auch die Betreuung und Versorgung der Kinder mit ein. So kam es, dass immer einer von uns einen oder mehrere Tage absolut freihatte und sich um die Sachen kümmern konnte, die persönlich wichtig waren. Freizeit und Muße waren mir sehr wichtig.
Familie und Aufbau eines Puppentheaters, von dem ich ja schließlich leben wollte, kosteten natürlich viel Zeit und Energie, aber ein Tag hat 24 Stunden und es blieb immer genug übrig.
Nach etwas mehr als 15 Jahren, die Kinder waren mittlerweile erwachsen, trennten wir uns. Unsere Lebensmodelle drifteten auseinander. Ich stand alleine da, mit meinem Puppentheater und (ich hatte noch die Kunst des Ballonmodellierens gelernt) als Ballonkünstler. Reich wird man damit nicht, aber da ich keine besonderen materiellen Ansprüche ans Leben stellte, reichte es immer aus.

Und es blieb Zeit für Muße! Ich malte viel, las viel, machte lange Spaziergänge und glotzte zu viel TV. Ich bin ein leidenschaftlicher Filmfreak, aber zappen ist der absolute Zeitkiller.

Oberste Priorität hatte bei mir immer die Muße, der Lebensgenuss. Die Arbeit, die erledigt werden musste, erledigte ich immer schnell und umgehend. Das nimmt viel Druck. Immer mit den Gedanken rumzulaufen, was noch alles gemacht werden muss, kostet viel Kraft und es bringt nix. Also: Erledigen und gut.
Dann lernte ich meine jetzige Frau kennen. Seit fast 20 Jahren sind wir ein harmonisches Paar, mit unterschiedlichen Interessen aber auch sehr viel Gleichklang. Gemeinsam bauten wir unsere Kleinkunstaktivitäten weiter aus. Wir erarbeiteten uns ein Repertoire als Puppenspieler und Ballonkünstler, mit dem wir unseren Lebensunterhalt verdienen und das heute die Grundlage unserer Existenz bildet.

Lockere Disziplin, die verhindert, dass sich zu viel aufstaut, scheint mir das (mein) Geheimnis zu sein. Immer mehr Zeit vom Tag blieb übrig.

Als ich dann, im Herbst 2011, das große Glück hatte, die wunderbare Eleonore Gregori (Lektorin bei Carlsen für Pixi-Bücher) kennenzulernen, änderte sich mein Leben erneut. Sie ermunterte mich, zu schreiben. Da ich alle meine Theaterstücke selbst geschrieben hatte, könnte ich, meinte sie, doch auch mal für sie schreiben.
Ich war wie elektrisiert und begann sofort am nächsten Tag zwei Geschichten zu schreiben. Ich muss dazu sagen, dass ich schon seit vielen Jahren schreiben wollte, aber immer davon ausgegangen bin: Das kannst du nicht!
Pixi-Bücher, dachte ich, schreibe ich doch morgens bei der ersten Zigarette. Ich lag weit daneben! Zum Glück hatte ich mir von Anfang an direkte und schonungslose Kritik erbeten, die ich auch bekam.

Als Puppenspieler, der sich auf dem großen Markt der deutschen Puppenspieler behaupten wollte, hatte ich früh gelernt, mit Kritik umzugehen und sah sie immer als hilfreich und aufbauend an. Selbst eine vernichtende Kritik konnte ich positiv verwerten.

Ich begann das Handwerk des Schreibens zu erlernen, mit einer erstklassigen Lehrerin an meiner Seite (mein Gesellenstück steht noch aus). Die Zeit vor der Glotze reduzierte sich drastisch. Ich optimierte nochmals meine täglich anfallende Büroarbeit und ab 2013 stellte ich fest, dass ich fast täglich Zeit zum Schreiben hatte. Ausnahmen sind die Tage, an denen ich ein Engagement habe. Aber auch da nutze ich die Pausen, um mir Ideen zu notieren oder Texte zu überarbeiten.

Gleichzeitig zeichnete sich aber auch ab, dass ich zu Hause nicht besonders gut schreiben konnte. Irgendwelche Arbeit glotzte mich immer an. Unsere Wohnung ist gemütlich klein, aber mein Büro ist nicht mein Schreibplatz, das merkte ich schnell. So entdeckte ich das Kaffeehausschreiben für mich. Das Handy schalte ich ab (meistens) und tauche ein in meine Fantasiewelt, während um mich herum das Leben sprudelt. Da es nicht mein Leben ist, lenkt es mich nicht ab – es inspiriert!

So kommt es, dass ich nach 3-5 Stunden schreiben in Cafés nach Hause komme und der ganze Abend liegt noch vor mir. Als Frühaufsteher (irgendwo zwischen 6.00 und 7.00 Uhr) bin ich um 20.00 Uhr einigermaßen erledigt und meistens nicht mehr in der Lage großartig kreativ zu sein. Dann mache ich das, was alle Schreibenden sollten: Ich lese. Lange und viel!

Falls es ein Fazit gibt, dann dieses:

1. Das Leben strukturieren und Prioritäten setzen.
2. Der Brotberuf muss und soll Spaß machen. Tut er das nicht, läuft evt. was falsch.
3. Alles Lebensnotwendige zügig wegarbeiten (nichts anhäufen. Der Berg kann schnell so groß werden, dass er einen erdrückt).
4. Immer Zeit für Muße einplanen (geht auch, wenn man Kinder hat).
5. Einen Raum zum kreativen Arbeiten schaffen (durchaus auch außerhalb der eigenen vier Wände.)
6. Täglich, wirklich täglich schreiben.
7. Wenn die Ideen ausbleiben, die Welt angucken und träumen.
8. Lesen, lesen, lesen.
9. Seine Frau (Mann) lieben und ihr/ihm das täglich zeigen.
10. Es gibt nichts und niemanden auf dieser Welt, von dem man nicht etwas lernen kann.

Ich weiß, das alles lässt sich nicht verallgemeinern, es ist eben mein Weg, meine Lösung, aber vielleicht regt es zum Nachdenken über die eigene Situation an.

Herbstgenuss

Herbstgenuss

 

Texte überarbeiten im Cafe

18.30 Uhr

Elch1

Elche sind hilfreich beim Texte überarbeiten

Heute war ein schöner Tag. Okay, draußen viel Regen, aber im Bad Rothenfelder Lieblingscafe schön muckelig. Rechts neben mir an der Wand glotzt mich immer der Elch an.

Heute war er sehr hilfreich, fungierte als Ideenlieferant!

Elch2

Wenn das nix hilft, muss der Text noch warten.

Textüberarbeitung war angesagt. Viele Kolleginnen und Kollegen mögen diesen Arbeitsabschnitt nicht, zumindest höre ich das immer wieder. Ich mag diesen Teil meiner Arbeit sehr. Habe heute vier kleine Geschichten für die Endabnahme überprüft. Ich war mit einigen Formulierungen nicht zufrieden (Heute nicht! Gestern gefielen sie mir, und ja ich weiß: irgendwann muss man das Baby in die Welt entlassen), aber solange ich noch was zum Feilen und Schleifen finde, mag ich sie nicht aus der Hand geben. Möglichst wenig Korrekturpotential für die Lektorin als oberste Devise. Als ich nicht mehr weiter wusste, kam der Elch ins Spiel. Ein bisschen rumkaspern, das bringt`s! Liebgewordene Sätze oder Formulierungen aus dem Text zu streichen ist nie leicht – das kann schmerzen. Aber was soll`s. Zum Glück habe ich immer alle Versionen im Rechner gespeichert, könnte also auf sie zurückgreifen. Manchmal muss man mutig sein (“Schreiben ist nichts für Feiglinge” – Hans Peter Roentgen) Wenn man sich dann traut, ist es meistens von Vorteil für das Geschriebene. Heute habe ich eine komplette Textseite für ein Bilderbuch gekillt. Weg! Jetzt musste ich eine weitere Scene einfügen (ausdenken).

Denk, Denk, Doppeldenk!

Rü-29.10.14-2

Da kommt gleich was.

Es hat geklappt! Kann man dann demnächst mal lesen. Wird aber noch dauern. Noch ist die Geschichte nicht verkauft und wenn das klappt, dauerts auch noch mal gut 18 Monte bis sie veröffentlicht ist. Denke in letzter Zeit verstärkt über Self-Publishing nach!

Schreibwerkstatt – Wie ich das mache und was es bringt

19.37 Uhr

Ein wunderschöner Herbsttag! Heute gab`s Cafe-Hopping – erst Halle, dann Werther. Das Wetter war so fantastisch, dass man noch draußen sitzen konnte. Was gibt es Schöneres, als im Freien zu schreiben, umgeben von den lebendigen Geräuschen einer kleinen Stadt.

Hier der Beweis:

So gegen 14.30 Uhr in Werther.

So gegen 14.30 Uhr in Werther.

Zur Schreibwerkstatt:

Wer in einer größeren Stadt lebt, hat vermutlich mehrere Gelegenheiten, sich einer Schreibwerkstatt anzuschließen. Auf dem platten (aber schönen) Land sind die Möglichkeiten geringer. Hier in Werther gab es weit und breit nichts, was interessant gewesen wäre. Also entschloß ich mich, eine eigene Schreibwerkstatt zu gründen. Nicht als Leiter – dazu fehlt mir nun wirklich die Qualifikation. Ich dachte, es sollte möglich sein, ein paar schreibbegeisterte Menschen zu finden, die sich regelmässig treffen, schreiben und lernen. Das läuft nun schon seit dem Frühjahr 2014. Wir sind sieben, treffen uns einmal pro Woche und schreiben munter drauflos.

Der Kulturverein Borgholzhausen stellte uns einen gemütlichen Raum im Heimatmuseum zur Verfügung, den wir kostenlos nutzen können. Gebühren für die Teilnehmer gibt es nicht, weil es nicht mein Interesse ist, an dieser Gruppe zu verdienen. Der Gewinn, den ich, den die anderen aus diesem Treffen ziehen, liegt nicht im materiellen Bereich.

Neben anderen Dingen, heißt das für mich: Disziplin! Nicht das es mir daran mangeln würde, aber der feste Termin erfordert doch eine gewisse Bereitschaft, gestellte Aufgaben fristgerecht zu erledigen, bzw. neue Ideen zu entwickeln und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Wir sind alle sehr unterschiedlich, auch was die Schreibfertigkeiten angeht, aber genau das macht die Sache spannend.

Mir war und ist wichtig, dass wir nicht nur schreiben und vorlesen, sondern das wir das Geschriebene auch genauer anschauen. Immer schaffen wir das nicht, aber ziemlich oft. Nur so lernen wir. Nur so können wir uns verbessern.

Einen genauen Plan, wie wir vorgehen, haben wir noch nicht entwickelt. Wir arbeiten zu bestimmten Themen, das Handwerk betreffend: (Adjektive, Adverbien, Plotentwicklung, Hilfsverben, Dialoge, Spannung aufbauen, Charaktere entwickeln etc). Die einzelnen Teilnehmer/-innen bringen sich, je nach Motivation, in die Gruppe ein. Das ist allerdings kein muss! Wenn jemand nur da sein möchte, mitschreiben und vorlesen will, ist das auch in Ordnung.

Trotzdem entstand sehr schnell eine gewisse Dynamik, ja eine Intimität, Vertraulichkeit und Sicherheit, die es nicht gestattete weitere Teilnehmer/-innen in die Gruppe aufzunehmen. Nach ca. 8 Wochen haben wir die Gruppe zugemacht. Wer schon mal in einer Schreibwerkstatt gearbeitet hat, wird das nachvollziehen können. Das Vertrauen, das sich unter den Teilnehmer/-innen einstellt, bedarf eines geschützten Rahmens, der sich nach einiger Zeit nicht mehr so ohne weiteres öffnen lässt.

Ich empfinde den wöchentlichen Austausch als sehr bereichernd und erfrischend. Selbst entdecktes, gelerntes, weiterzugeben – eine erstklassige Möglichkeit im Training zu bleiben und vorwärts zu kommen.

Nach wie vor gilt: Wer schreiben lernen will, sollte schreiben und zwar täglich!

Rü27.10.14-3