Schreiben – Self Publishing – Lernen

19.05 Uhr

Ich hatte die sechzig überschritten, als mein Interesse am Schreiben geweckt wurde. Ideen hatte ich immer genug, nur: Das gedachte Wort ins geschriebene zu transformieren, es für Andere lesenswert zu machen, erfordert die Beherrschung des Handwerks Schreiben. Zum Glück wurde mir das schnell klar und ich begann mit der Arbeit – einer genussvollen Arbeit!

Gleichzeitig versuchte ich, in die Welt der Büchermacher einzudringen. Ich wollte verstehen, wie der Buchmarkt funktioniert.
Seitdem schreibe und lerne ich jeden Tag, soweit es mein Job, mit dem ich meine Brötchen verdiene, zulässt. Zum Glück klappt das fast immer.
Ich entdeckte Papyrus-Autor, ein fantastisches Schreibprogramm, las zum ersten Mal Stephen King, der ein gutes Buch über das Schreiben herausgebracht hat und lernte viele andere Menschen kennen, die ihr Wissen an Anfänger weitergeben. (Liste weiter unten)

Ebenfalls wurde mir bald klar, dass die Verlags- bzw. Agentursuche eine langwierige, mitunter frustrierende Angelegenheit ist. Abgesehen von der langen Zeit, die vergeht, bis man eine Antwort erhält, ist es unbedingt erforderlich, sämtliche formalen Kriterien genau einzuhalten. Wie gestaltet man das Verlagsanschreiben, das Kurzexpose, das Expose, die Vita usw. Außerdem musste ich als Rechtschreibbanause noch mal die Schulbank drücken. (Langsam werde ich besser;-))

Dann tauchten Begriffe wie: Self-Publishing, E-Book und Book on Demand auf. Es eröffneten sich neue Möglichkeiten, die allerdings erst verstanden werden wollten.
Dass Zuschussverlage nicht infrage kommen würden, war mir sofort klar.
E-Book und Self-Publishing schienen aber eine brauchbare Alternative zu Verlagspublikationen zu sein.

Meine Streifzüge über die E-Book-Plattformen brachten schnell Ernüchterung. Unzählige Self-Publisher tummelten sich im Netz. Die meisten E-Books, die dort zu finden sind, ermöglichen eine Leseprobe und ich kam aus dem Staunen kaum noch heraus.
Es mangelte an Rechtschreibfertigkeiten, Interpunktion, und Grammatik. Die Formatierung von vielen Texten war schlichtweg grauenhaft und die Tatsache, dass schreiben ein Handwerk ist, das erlernt werden will, scheint vielen nicht bekannt zu sein. Unprofessionell gemachte Cover rundeten den schlechten Eindruck ab.

Als ich einen E-Book Reader geschenkt bekam, konnte ich auch ganze Werke lesen. Nur weniges, sehr weniges fand ich gut.

Warum ist das so? Warum tun sich viele Self-Publisher das an?
Bin sehr gespannt, ob ich auf diese Fragen Antworten finde.
Viele gute Ideen werden nachlässig publiziert und ich vermute, sie richten dadurch für die Verfasser mehr Schaden als, als sie den Lesern Freude bereiten.

Ob ich`s besser kann, bleibt abzuwarten, aber eins weiß ich: Wenn ich Texte zum Lesen veröffentliche, lass ich sie professionell lektorieren, auch wenn`s ein bisschen was kostet und das Cover muss von Fachkräften gemacht sein.

Hier noch ein paar Lesetipps,die ich ganz nützlich fand:

Stephen King – Das Leben und das Schreiben – Heyne Verlag
Elisabeth George – Wort für Wort oder die Kunst ein gutes Buch zu schreiben -Goldmann
A. Steele – Creative Writing – Autorenhaus Verlag
James N. Frey – Wie man einen verdammt guten Roman schreibt – Emons Verlag
Hans Peter Roentgen:
Vier Seiten für ein Halleluja – Band 1 und 2
Drei Seiten für ein Expose – Sieben Verlag
Schreiben ist nichts für Feiglinge – Sieben Verlag
Roy Peter Clark – Die 50 Werkzeuge für gutes Schreiben – Autorenhaus Verlag
Silvia Englert:
So lektorieren Sie Ihre Texte – Autorenhaus Verlag
Autorenhandbuch – Autorenhaus Verlag
Handbuch für Kinder- und Jugendbuch Autoren – Autorenhaus Verlag
Federwelt – Zeitschrift für Autoren – Uschtrin Verlag

Es gibt noch erheblich mehr, aber hiermit hat man eine kleine Ratgeber- und Lernbibliothek.

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