Schreibwerkstatt – Wie ich das mache und was es bringt

19.37 Uhr

Ein wunderschöner Herbsttag! Heute gab`s Cafe-Hopping – erst Halle, dann Werther. Das Wetter war so fantastisch, dass man noch draußen sitzen konnte. Was gibt es Schöneres, als im Freien zu schreiben, umgeben von den lebendigen Geräuschen einer kleinen Stadt.

Hier der Beweis:

So gegen 14.30 Uhr in Werther.

So gegen 14.30 Uhr in Werther.

Zur Schreibwerkstatt:

Wer in einer größeren Stadt lebt, hat vermutlich mehrere Gelegenheiten, sich einer Schreibwerkstatt anzuschließen. Auf dem platten (aber schönen) Land sind die Möglichkeiten geringer. Hier in Werther gab es weit und breit nichts, was interessant gewesen wäre. Also entschloß ich mich, eine eigene Schreibwerkstatt zu gründen. Nicht als Leiter – dazu fehlt mir nun wirklich die Qualifikation. Ich dachte, es sollte möglich sein, ein paar schreibbegeisterte Menschen zu finden, die sich regelmässig treffen, schreiben und lernen. Das läuft nun schon seit dem Frühjahr 2014. Wir sind sieben, treffen uns einmal pro Woche und schreiben munter drauflos.

Der Kulturverein Borgholzhausen stellte uns einen gemütlichen Raum im Heimatmuseum zur Verfügung, den wir kostenlos nutzen können. Gebühren für die Teilnehmer gibt es nicht, weil es nicht mein Interesse ist, an dieser Gruppe zu verdienen. Der Gewinn, den ich, den die anderen aus diesem Treffen ziehen, liegt nicht im materiellen Bereich.

Neben anderen Dingen, heißt das für mich: Disziplin! Nicht das es mir daran mangeln würde, aber der feste Termin erfordert doch eine gewisse Bereitschaft, gestellte Aufgaben fristgerecht zu erledigen, bzw. neue Ideen zu entwickeln und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt. Wir sind alle sehr unterschiedlich, auch was die Schreibfertigkeiten angeht, aber genau das macht die Sache spannend.

Mir war und ist wichtig, dass wir nicht nur schreiben und vorlesen, sondern das wir das Geschriebene auch genauer anschauen. Immer schaffen wir das nicht, aber ziemlich oft. Nur so lernen wir. Nur so können wir uns verbessern.

Einen genauen Plan, wie wir vorgehen, haben wir noch nicht entwickelt. Wir arbeiten zu bestimmten Themen, das Handwerk betreffend: (Adjektive, Adverbien, Plotentwicklung, Hilfsverben, Dialoge, Spannung aufbauen, Charaktere entwickeln etc). Die einzelnen Teilnehmer/-innen bringen sich, je nach Motivation, in die Gruppe ein. Das ist allerdings kein muss! Wenn jemand nur da sein möchte, mitschreiben und vorlesen will, ist das auch in Ordnung.

Trotzdem entstand sehr schnell eine gewisse Dynamik, ja eine Intimität, Vertraulichkeit und Sicherheit, die es nicht gestattete weitere Teilnehmer/-innen in die Gruppe aufzunehmen. Nach ca. 8 Wochen haben wir die Gruppe zugemacht. Wer schon mal in einer Schreibwerkstatt gearbeitet hat, wird das nachvollziehen können. Das Vertrauen, das sich unter den Teilnehmer/-innen einstellt, bedarf eines geschützten Rahmens, der sich nach einiger Zeit nicht mehr so ohne weiteres öffnen lässt.

Ich empfinde den wöchentlichen Austausch als sehr bereichernd und erfrischend. Selbst entdecktes, gelerntes, weiterzugeben – eine erstklassige Möglichkeit im Training zu bleiben und vorwärts zu kommen.

Nach wie vor gilt: Wer schreiben lernen will, sollte schreiben und zwar täglich!

Rü27.10.14-3

 

 

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