Vorm Durchstarten einmal kurz zurück

Wenn ich mir das vergangene Jahr global betrachte, gab es kaum etwas, dass das Herz hätte erfreuen können. Trotzdem darf man den ganzen Wahnsinn, den uns die Mächtigen dieser Welt bescheren, nicht einfach ignorieren oder verdrängen. Die «Tagesschaubetroffenheit», dieses fünfzehnminütige Unwohlsein, das oft mit Spendenzahlungen abgedämpft wird, sollte man nicht akzeptieren, in der Gewissheit, dass man verstanden hat, aber eh nichts machen kann.

Leider falsch!

Etwas ist immer möglich!

Auseinandersetzen zum Beispiel, Stellung beziehen, innen und außen. Nicht alles glauben was wir sehen, hören, lesen. Nachhaken, schlaumachen, sich zu Wort melden und sei es nur in der Nachbarschaft oder bei Freunden. Mit jedem Mitmenschen so umgehen wie wir wünschen, dass mit uns umgegangen wird. Vorurteilsschubladen zunageln, neu hinschauen, uns einfach menschlich verhalten.

Das bewirkt persönliche Veränderungen und ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in Richtung einer besseren Welt. Es gibt genug Dinge, bei denen man nicht mitmachen muss, wo man anders denken und handeln kann. Und wenn wir darin noch nicht besonders gut sind, weil wir es nicht gelernt haben, könnten wir jetzt anfangen.

Zu spät dafür ist es erst, wenn wir gestorben sind.

Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Mein 2014

Ein wunderbares Jahr liegt hinter mir und ich hoffe, ich konnte etwas von dem, was ich so reichhaltig bekommen habe, auch zurückgeben.

Der Carlsen Verlag und Pixi

Ich freue mich sehr darüber, dass ich als Autor einen guten Einstieg in die Pixi-Abteilung des Carlsen Verlags geschafft habe.
Ich schreibe irrsinnig gerne kurze, knackige Bilderbuchgeschichten.
Dank der Pixi-Cheflektorin Eleonore Gregori bekam ich eine 1-A-Schulung, wie man Pixis schreibt. Vermutlich etwas, das unbezahlbar ist.

Wer mehr über Pixi erfahren möchte: Alles über Pixi-Bücher 

Im Januar durfte ich das erste gedruckte Maxi-Pixi (Freistoß für Frieda) in den Händen halten.
Im März/April/Juni erschienen dann drei weitere Pixis: Der faule Osterhase – Die Urwaldschule und Serafina Königstochter.

Im August lud uns der Carlsen Verlag mit dem Puppenburger TurmTheater zum 60 jährigen Pixi-Jubiläum ein. Das war Klasse und wir durften der ersten Verleihung des goldenen Pixis beiwohnen.
Jetzt sprudeln wir vor Ehrgeiz.
Meine Frau besteht darauf, dass der goldene Pixi irgendwann in unserem Bücherregal steht;-)) (I will do my very, very best).

Im November kam ein weiter Kontakt bei Carlsen zustande und ich konnte eine Geschichte für den Pixi-Adventskalender verkaufen.

Schreibwerkstatt

Im Januar beschloss ich auch, mehr Kontakt zu anderen Schreibinteressierten herzustellen und gründete eine Schreibwerkstatt.
Start: 18. Februar 2014.
Ich bin kein Schreiblehrer. Deshalb stellte ich von vorneherein klar, dass ich Menschen suche, die, ebenso wie ich, das Handwerk des Schreibens erlernen wollen.
Im März pendelte sich die Gruppe auf sieben Teilnehmer/-innen ein und seitdem treffen wir uns 1 x pro Woche zum gemeinsamen Lernen und Austauschen. Eine Teilnahmegebühr gibt es nicht.
Der Kulturverein Borgholzhausen stellte uns kostenlos einen wunderschönen Raum zur Verfügung.
Jetzt, am Jahresende, besteht die Gruppe immer noch aus sieben Leuten.
Bisher war es sehr lehrreich und es gab viel zu lachen. Ich bin froh, dass sich meine Anfangsidee so positiv entwickelt hat.
Ich bin zwar in eine Art Leitungsfunktion gerutscht, aber einer muss das ja machen und das ist auch okay.

E-Book

Auf der Buchmesse in Leipzig, im März `14, bekam ich Kontakt zu dem Unternehmen Zeilenwert und begann mit der Planung für mein erstes E-Book: Gutenachtgeschichten für Kinder.
Geschichten hatte ich reichlich. Ich wählte 10 aus.
Julia Rosenkranz (Carlsen Verlag) arbeitet auch als freie Lektorin und übernahm das Lektorat. Sie lieferte eine tolle Arbeit ab (bin gespannt, ob die Downloads alle Kosten wieder einspielen).

Kinderbuch

Für ein umfangreicheres Kinderbuch, das ich im März 2014 fertigstellte, machte ich mich auf die Suche nach einem Verlag bzw. einer Agentur. Leider erfolglos.
Zwar erhielt ich etwas mehr als die üblichen Standardabsagen und wurde ermutigt es weiter zu versuchen, was ich aber nicht gemacht habe und auch nicht mehr machen werde.
Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass einem heute wohl nur noch der Weg über das Self-Publishing offen steht, wenn man seine Texte an die Öffentlichkeit bringen möchte.

Ich glaube es ist besser, sich von Verlagen oder Agenturen finden zu lassen, als selbst danach zu suchen. Die Zeit und Energie, die man dafür aufwenden muss, steckt man sinnvoller in die Eigenproduktion. Das ist dann nicht so frustrierend.
Natürlich müssen die Texte gut sein, aber daran arbeite ich. Dass ein Self-Publisher mehr können muss, als gute Texte zu schreiben ist mir klar. Da ich seit 30 Jahren als selbstständiger Kleinkünstler im Bereich Kindertheater unterwegs bin, sollte ich das eigentlich hinbekommen.

Mit Pixi ins Fernsehen

Ebenfalls im Frühjahr meldete sich der WDR (Lokalzeit Bielefeld) und drehte mit uns einen kleinen Beitrag zum Thema: Cordula und Rüdiger Paulsen – Pixi-Buch Autoren.
Obwohl der gesendete Beitrag nur wenige Minuten lang war, haben die Dreharbeiten einige Stunden gedauert.

Neues zum Lernen

Im Laufe des Jahres entdeckte ich viele neue Autor/-innen, die sich mit dem Handwerk des Schreibens befassen und dementsprechend auch Bücher dazu publiziert haben. Unter anderem Silvia Englert, Hans-Peter Roentgen, Stephan Waldscheidt und Marcus Johanus (die Letzten beiden über Twitter). Dann tauchte der Uschtrin Verlag auf, der die Zeitschrift «Federwelt» herausgibt, und ich erwarb alle noch verfügbaren Ausgaben. Lese- und Lernstoff also genug.

Papyrus Autor

Irgendwann stolperte ich über das Schreibprogramm Papyrus Autor! An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Andreas Eschbach und Ullrich und Hendrik Ramps von der R.O.M. Logicware Soft- & Hardware GmbH, die etwas Tolles auf den Markt gebracht haben. Das Programm ist unglaublich vielseitig. Für mich mittlerweile ein unverzichtbarer Helfer um gute Texte zu schreiben. Ich kann es wärmstens weiterempfehlen.

Meine Cafès

Mittlerweile gibt es viele Cafès in denen ich schreibe.
Ein Cafè muss mindestens zwei Voraussetzungen erfüllen damit ich schreiben kann und will:

1. Filterkaffee: Ich mag diesen ganzen aufgeschäumten gepressten Kapselcremakaffee nicht und die ganzen neumodischen amerikanischen Kaffeeklitschen, die ohne Ende chemische Geschmacksverstärker mit braunem Wasser und gepanschter Milch vermixen, können mir echt gestohlen bleiben. Mir unerklärlich, wie man so eine Brühe geniessen kann. Echter, am liebsten handgebrühter Filterkaffee, ist für mich nach wie vor die Krone der Kaffeeschöpfung. Ich trinke nicht viel Kaffee, aber wenn, dann muss er mir auch schmecken.
2. Eine Raucherlounge: In den warmen Monaten ist das mit dem Rauchen kein Problem, weil man fast überall draußen sitzen kann. Im Winter wird es etwas schwieriger. Zum Glück wohne ich an der Grenze zu Niedersachen (wo man noch rauchen darf) mit mehreren Kurorten im 20km Bereich. Dort gibt es in jedem Cafè einen Raucherraum!

Hier meine drei Favoriten:

Lebkuchen Ladencafè Schulze – Borgholzhausen

Cafè Strathmann – Bad Rothenfelde

Cafè Knigge – Bielefeld

Dazu kommen viele Supermärkte in den umliegenden Orten, in denen es einen Bäcker gibt. In der Regel haben die guten Kaffee und Sitzplätze mit Sonnenschirmen im Freien. Das garantiert mir das richte Maß an Trubel, Lebendigkeit und Ruhe, die ich brauche.

Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich es liebe.

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Wettbewerbe

An einem Schreibwettbewerb habe ich auch teilgenommen, weiß aber noch nicht, was dabei herausgekommen ist.

Brötchen verdienen

Und dann musste ich natürlich noch Geld verdienen, was mir als Puppenspieler, Ballonknoter und Balladenrezitator zusammen mit meiner Frau ganz gut gelungen ist.

Während ich das hier schreibe, bin ich selbst ganz erstaunt, was in 2014 alles passiert ist.

Eine weitere Website und das E-Book

Eine neue Internetseite ist auch noch entstanden:  www.gutenachtgeschichten-kinder.de.
Es gab so viele Texte, die ich nirgendwo unterbringen konnte und deshalb dort
veröffentlichte.
Vermutlich werde ich die Seite aber demnächst wieder schließen, weil die meisten Geschichten in meinem ersten E-Book veröffentlicht wurden, das am 30.11.14 erschienen ist.
Titel: Von Schrottels, verliebten Gespenstern und wilden Kindern – 10 bunt gereimte Gutenachtgeschichten.
Diese Geschichten gleichzeitig kostenlos im Internet zur Verfügung zu stellen, erschien mir dann doch nicht so schlau. Zum Glück hielten sich die marketingtechnischen Anstrengungen für diese Internetpräsenz in Grenzen und es schmerzte nicht besonders.

Dreharbeiten

Die letzte September- und die erste Oktoberwoche standen im Zeichen der Dreharbeiten für einen kleinen Promotion-Film einer Lebkuchenfabrik. Da der Text erst am Drehtag endgültig fertiggestellt wurde, durfte ich innerhalb eines Tages 8 Din A4-Seiten auswendig lernen und ohne Proben in die Kamera sprechen und spielen. Das war eine echte Herausforderung, aber ich liebe derartige Unmöglichkeiten und: Es hat funktioniert!

Blog und Twitter

Im Oktober eröffnete ich dann meinen Autoren-Blog und einen Twitter Account. Wieder darf und durfte ich einiges lernen.

Veröffentlichungen in Zeitungen

Weiterhin konnte ich im Laufe des Jahres 8 Geschichten in Zeitungen unterbringen, besser gesagt in Familienmagazinen. Genau mein Zielpublikum! Diese Zeitungen in München, Hannover und Berlin erscheinen in hoher Auflage und bleiben zwei Monate aktuell. Das bringt zwar kein Geld, aber eine bessere Werbeplattform für jemanden der Kinderbücher schreibt, kann ich mir nicht vorstellen. Die Auflagen liegen zwischen 70.000 und 90.000. Im Schnitt wird jede Ausgabe von 2,3 Leser/-innen gelesen.
(Ich bin sehr gespannt, wie sich das auf das E-Book auswirkt). Neben den Texten bekomme ich immer einen Platz für eine kleine Werbeanzeige für das neuste Pixi oder ab jetzt auch für mein E-Book.

Besonders bedanken möchte ich mich bei Elke und Ulf von Sparre, den Herausgebern vom Kitz Magazin in München. Sie mögen meine Geschichten und veröffentlichen mich seit Herbst 2013 regelmässig in jeder Ausgabe.

Ein guter Freund

Auf keinen Fall vergessen darf ich meinen Freund Markus Kaufmann, der mir auch 2014 wieder völlig uneigennützig unter die Arme gegriffen hat und der unglaublich fit in allen Dingen ist, die mit dem Internet und mit Webseiten zu tun haben. Er bestand darauf, dass ich das alles lernen kann und er war und ist mir ein erstklassiger Lehrer. Ohne ihn könnte ich nicht so im www unterwegs sein, wie ich es zurzeit bin. Danke, Markus.

Auch bei allen Anderen, die hier jetzt nicht namentlich erwähnt wurden (es sind einfach zu viele) bedanke ich mich für Freundschaft und Unterstützung. Ich glaube, der größte Reichtum im Leben sind gute Freundinnen und Freunde.

Und natürlich die besser Hälfte!

Meine Frau räumt mir viel aus dem Weg, produziert Ideen oder ergänzt meine eigenen, setzt ständig neue Impulse, überprüft kritisch und mit scharfem Auge meine Texte und läßt mir alle Freiheiten die ich brauche. Etwa Besseres konnte mir nicht passieren.

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Vorfreude

Nun fieber ich total dem 20. März 2015 entgegen. Dann erscheint die Pixi-Serie: «Große Abenteuer für kleine Kerle» und ich bin mit drei Geschichten vertreten. Am meisten freue ich mich auf die Piratengeschichte, die von dem großartigen Vitali Konstantinov illustriert wurde. Ich durfte schon einen Blick darauf werfen und bin begeistert. Genauso wollte ich das!

Um abschließend noch mal auf das Thema Self-Publishing zurückzukommen: Ich lerne langsam dazu und bin sicher, dass ich auch da einen/meinen Weg finden werde.

Und noch eins:

Schreiben lernt man nur durch Schreiben.

Ich bedanke mich bei Allen, die meine Texte lesen, die hier ab und zu vorbeischauen und die mir bei Twitter folgen.

Ohne Euch wär`s etwas einsilbig.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches, genussvolles Jahr 2015.

Mögen die Worte mit euch sein;-)

Rüdiger Paulsen

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